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Barrierefreiheit in der Digitalen Lehre - Hinweise für Lehrende

Liebe Lehrende der TU Berlin, 

besonders in Zeiten der digitalen Lehre sind studierfreundliche Online-Lehrmaterialien für ein erfolgreiches Studium eine wesentliche Grundlage. 

Bei der Umsetzung digitaler Lehrveranstaltungen kann unter Berücksichtigung einiger Aspekte die chancengleiche Teilhabe im Studium für unsere Studierenden ermöglicht werden. In der folgenden Auflistung finden Sie einige wichtige organisatorische und technische Hinweise für das Anfertigen und Bereitstellen von Online-Materialien auf ISIS, der elektronischen Lernplattform der TU Berlin. 

1. Qualität der Aufzeichnungen

Bei Videoaufnahmen von Vorlesungen achten Sie bitte einen störungsfreien Hintergrund. Vermeiden Sie einen unruhigen Hintergrund (z.B. Bewegungen im Hintergrund, großflächiges kariertes oder farbintensives Muster) und flackernde oder blendende Lichtquellen. Vermeiden Sie auch Störgeräusche, wie z.B. Hintergrundmusik, Soundeffekte, Rauschen oder auch Vogelgesang/ Naturklänge.

Das Gesicht der sprechenden Person sollte  gut sichtbar bzw. ausgeleuchtet sein. Für ein besseres Sprachverständnis u.a. für Hörbeeinträchtigte und Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, kann es wichtig sein, das Gesicht der sprechenden Person zu sehen und das Mundbild zu lesen.

Wenn Sie die Bewegung des Mauszeigers zum Erklären bspw. Ihrer Powerpoint-Präsentation nutzen, achten Sie bitte auf einen sichtbaren und kontrastreichen Mauszeiger. Damit Studierende mit einer Sehbeeinträchtigung der Bewegung des Mauszeigers folgen können, ist es besonders wichtig, dass dich der Mauszeiger von seinem Hintergrund abhebt und vergrößert ist. Um die Sichtbarkeit des Cursors zu verbessern, können Sie die Systemeinstellungen Ihres Computers nutzen und die Farbe und Größe anpassen.

Windows 10

Wählen Sie unter Einstellungen – Geräte – Maus – „Maus- und Cursorgröße anpassen“ und ändern dort die „Zeigergröße sowie -farbe“.

Mac OS

Wählen Sie unter Systemeinstellungen und Bedienungshilfen die Option „Anzeige“. Dort können Sie die Cursoranzeige vergrößern. 

Hinweis: Von den Einstellungen unter "Display" und "Farben" profitieren nur Sie selbst als Nutzer. Personen, mit denen Sie Ihren Bildschirm teilen, sehen diesen in der Standardeinstellung, obwohl Sie z.B. "Farben umkehren" aktiviert haben.

2. Barrierefreie Aufbereitung der Lehrinhalte

Eine barrierefreie Gestaltung von Vorlesungsmaterialien sind für alle Studierende hilfreich. Für Hörbeeinträchtigte und sehbeeinträchtigte Studierende sind sie notwendig. Bitte berücksichtigen Sie daher folgende Hinweise:

  • Bitte stellen Sie bestenfalls zusätzlich zu den aufgezeichneten Lehrveranstaltungen auch eine schriftliche Ausarbeitung der Informationen für Studierende zur Verfügung. Mögliche Formen sind u.a. (Trans)Skripte, Vorlesungsnotizen, schriftlich entwickeltes „Tafelbild“, Präsentationsfolien, Grafiken, Diagramme und Tabellen in guter Auflösung. Viele Studierende sind darauf angewiesen, da sie nicht gleichzeitig zuhören und mitschreiben, nicht alles Gesagte akustisch verstehen und/oder die Materialien nur unter starker Vergrößerung erkennen können.
  • Schrift: Die Inhalte müssen kontrastreich dargestellt werden. Optimal ist eine schwarze Schrift auf weißem Hintergrund. Bitte verwenden Sie eine serifenlose Schrift (Calibri, Verdana oder Arial) und eine Mindestgröße von 12 Pt. Vermeiden Sie es zudem, ganze Worte oder Zeilen in GROSSBUCHSTABEN zu schreiben und/oder in Kursiv-Stellung.
  • Links: Wenn Links aufgelistet oder beigefügt sind, so benennen Sie diese eindeutig, z.B. „Hier finden Sie Hinweise für…“ anstelle von „Hinweise für… finden Sie Hier“. Für sich alleinstehend selbsterklärende Linkbezeichnungen erleichtern den Nutzenden von Screenreadern (Sprachassistenten) die gezielte Navigation zu dem gewünschten Link. Bitte versehen Sie demnach nicht einfach Wörter wie „Hier“, „Klick“ oder „downloaden“ etc. mit einem Link.
  • Bilder: Alle Abbildungen müssen hochauflösend und kontrastreich sein besonders für Menschen, die mit einer Bildschirmvergrößerung studieren. Einige Studierende nutzen einen Screenreader, weshalb Bilder einen Alternativtext benötigen, der den Zweck und den Inhalt des Bildes angibt. Der Alternativtext sollte so kurz wie möglich und so lang wie nötig sein, insbesondere wenn im Fließtext näher auf die Bildinhalte eingegangen wird. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf das Objekt, und wählen Sie „Alternativtext bearbeiten“ aus. Für dekorative Bilder genügt eine einfache Beschreibung, z.B. blauer Himmel über dem Hauptgebäude. Hinweis: Eine Bildunterschrift (unter dem Bild) ist für alle Nutzende sichtbar. Damit Nutzende von Sprachassistenten die gleiche Information nicht doppelt erhalten, sollte sich der Text der Bildunterschrift vom beschreibenden Alternativtext unterscheiden.
  • Tabellen/ Diagramme: Bei Verwendung von Tabellen,Diagrammen und Grafiken ist darauf zu achten, dass alle Zahlen, Zeichen und Texte mit Hilfe von Textleseprogrammen lesbar sind. Dies wird ermöglicht, wenn es sich bspw. um skalierbare Vektorgrafiken, LaTeX-Dokumente oder Excel-Tabellen und nicht um ein Bild/Screenshot davon handelt. (Sofern Bilder verwendet werden, bitte die Hinweise unter „Bilder“ beachten.) Wenn es um die Darstellung von Werten geht, kann es hilfreich sein, zusätzlich zum Diagramm und/oder zur Grafik die dazugehörige Tabelle mit den Werten zur Verfügung zu stellen.
  • Sprache: Verwenden Sie eine möglichst verständliche Sprache mit einfachen Wörtern und kurzen Sätzen. Eine 15 Punkte Auflistung zur Erläuterung finden Sie unter Leitfaden für Verständliche Sprache.
  • Übersicht/Gliederung:Gestalten Sie Ihre Materialien möglichst übersichtlich, so dass auch bei Vergrößerung der Bildschirmansicht der Überblick behalten werden kann. Tipp: Bei Word-Dokumenten bilden Sie die Gliederung mit Überschriften ab. Verwenden Sie dafür die entsprechenden Formatvorlagen und nutzen Sie beim Erstellen von Tabellen und Aufzählungen die Optionen von Word, so dass diese von Sprachausgabeprogrammen lesbar sind. 

Unter folgenden Links finden Sie weitere Tipps, Anleitungen und Tools zur digitalen Barrierefreiheit:

  • Barrierefreie PDF – Anleitung, Beispiele und Test [Quelle: Bundesfachstelle Barrierefreiheit. Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See]

3. Nachteilsausgleich

Beachten Sie, dass Studierende weiterhin Anspruch auf ihre bewilligten Formen von Nachteilsausgleich zur Modifikation der Studien- und Prüfungsbedingungen haben. Klären Sie bitte frühzeitig mit den Studierenden ab, wie die Nachteilsausgleiche individuell, insbesondere in den Prüfungssituationen, umgesetzt werden. Gerne können Sie Studierende an unsere Beratungsstelle verweisen. 

4. Asynchrone Online-Formate

Falls Sie Lehrveranstaltungen mit Webkonferenzen und anderen Präsenzformaten abhalten, bitten wir Sie, alternative Möglichkeiten der „aktiven“ Teilnahme (z.B. Aufzeichnungen von Sitzungen) und Leistungserbringung anzubieten für:

  • Studierende mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen, die aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten nicht zu diesem Zeitpunkt an der Lehrveranstaltung teilnehmen können.
  • Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, die einen vom Prüfungsausschuss genehmigten Nachteilsausgleich haben.
  • Studierende, die sich im Ausland aufhalten insbesondere mit einer Zeitverschiebung zu Berlin.

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